Anonymisierte Daten fallen nicht unter die DSGVO
Das klingt attraktiv: Wenn Sie Daten ordnungsgemaess anonymisieren, sind es keine personenbezogenen Daten mehr. Aber echte Anonymisierung ist schwieriger als die meisten Menschen denken.
Anonymisierung vs. Pseudonymisierung
Pseudonymisierung
Sie ersetzen identifizierende Daten durch einen Code. Kundennummer 12345 statt Max Mustermann. Aber irgendwo existiert eine Tabelle, die die Kundennummer mit dem Namen verknupft. Solange diese Verknupfung besteht, sind es noch personenbezogene Daten.
Anonymisierung
Sie entfernen oder andern Daten so, dass eine Re-Identifizierung der Person unmoglich ist - auch nicht durch Kombination mit anderen Quellen. Kein Schlussel, keine Zuordnungstabelle, kein Weg zuruck.
Techniken zur Anonymisierung
Generalisierung
Ersetzen Sie spezifische Werte durch breitere Kategorien. Statt “32 Jahre” schreiben Sie “30-39 Jahre”.
Unterdruckung
Entfernen Sie bestimmte Felder vollstandig aus dem Datensatz.
Perturbation
Fugen Sie Rauschen hinzu, sodass Einzelwerte nicht mehr korrekt sind, statistische Muster aber erhalten bleiben.
Aggregation
Stellen Sie Daten nur als Summen oder Durchschnitte dar.
Die Fallstricke
Re-Identifizierung durch Kombination
Selbst ohne Namen und Adressen kann eine Kombination aus Alter, Postleitzahl und Beruf oft zur Re-Identifizierung fuhren.
Kleine Datensatze
Je kleiner der Datensatz, desto schwieriger die Anonymisierung.
Wann anonymisieren?
Die haufigste Anwendung ist die Aufbewahrung von Daten fur Analysen nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist.
Weitere Anwendungen:
- Testumgebungen - anonymisierte Kopien von Produktionsdaten
- Berichte - Trends und Statistiken ohne individuelle Daten
- Forschung - Muster analysieren ohne die Privatsphare zu verletzen
GDPRWise hilft Ihnen, Aufbewahrungsfristen festzulegen und nachzuverfolgen, wann Daten geloscht oder anonymisiert werden mussen.